7. April 2021

Jetzt im Wald statt in der Wanne baden?

Die positiven Effekte des ,,Waldbadens"

 

Das Gehen im Wald gibt uns Abstand zum Alltag. Wir kommen auf andere Gedanken. Unsere Sinne tauchen ein in Gerüche, Farben und Geräusche der Natur. Dadurch wird das parasympathische Nervensystem, das für die Erholung und Regeneration zuständig ist, aktiviert. Dieser positive Einfluss der Natur auf den Menschen ist wohl durch unsere Evolution bedingt: Das Leben unserer Vorfahren spielte sich im Wald und in der Savanne ab und hat unseren Organismus im positiven Sinne geprägt.

Was bedeutet ,,Waldbaden“?

Der Begriff „Waldbaden“ hat sich in der Medizin in der letzten Zeit immer mehr etabliert. Ursprünglich stammt er aus Japan, denn dort wurde der Einfluss des Waldes auf den menschlichen Organismus erstmals wissenschaftlich untersucht. Die japanischen Studien kamen zu dem Ergebnis, dass ein Aufenthalt im Wald auf uns Menschen sehr viele positive Einflüsse hat. Das führte dazu, dass mittlerweile die Heil- und Therapiekräfte des „Waldbadens“ auf der ganzen Welt beforscht werden.

Welche Wirkung hat das ,,Baden“?

In einer Studie der Universität Michigan hat man zum Beispiel gestresste Personen in den Wald geschickt. Zu Beginn und nach gewissen Zeiten wurden bei den Probanden der Cortisolspiegel im Speichel gemessen. Der Wert des Cortisols ist ein anerkanntes Maß für den Stresslevel einer Person. Bereits nach 20 Minuten Aufenthalt im Wald waren die Cortisol Werte bei den Teilnehmern deutlich vermindert und sowohl der Puls als auch der Blutdruck abgesenkt.

Mittlerweile gibt es viele Untersuchungen, die immer neue positive Ergebnisse liefern: Der Aufenthalt im Grünen verbessert das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit, lindert Depressionen und Angsterkrankungen, lässt Kinder mit ADHS ruhiger werden usw.

Gibt es positive gesundheitliche Effekte auf unseren Körper?

Es ist inzwischen wissenschaftlich anerkannt, dass die stressreduzierende Wirkung des „Waldbadens“ nachweislich Erkrankungen, wie den dem Burnout, den Herzkreislaufkrankheiten, den Krebserkrankungen, der Demenz usw. vorbeugt. Natürlich kann der Aufenthalt im Wald auch unterstützend zur Behandlung dieser Zivilisationskrankheiten eingesetzt werden.

Immer mehr Studien ergeben erstaunliche Ergebnisse: So erholen sich Patienten nach einer Operation schneller und haben weniger Komplikationen, wenn sie in die Natur mit Bäumen und Büschen, statt auf eine Hauswand schauen.

Wir verspüren die positiven Effekte des Waldes selbst sehr gut. Deshalb gilt für uns: Raus ins Grüne, die frische Luft genießen, in der Natur „baden“.

Bildhaft ausgedrückt wirkt die Natur auf uns Menschen wie ein sehr effektives, nebenwirkungsfreies „Medikament“. Daraus resultiert weltweit die Empfehlung der Forscher, dass man mindestens dreimal wöchentlich in den Wald gehen sollte.

Warum nicht täglich in den Wald (statt in der Wanne) ,,baden" gehen?

Dr. med. Bernhard Dickreiter:

Beratender Arzt ZRT®-Gesundheitszentrum im ElzLand Hotel Pfauen und Präsident der gemeinnützigen Akademie für Zellbiologische Regulationsmedizin e.V.

Kategorien: Gesundheit , Aktiv